KVR · Regel 3 von 38

Regel 3. Wer hier wie heißt

Die Begriffe entscheiden, wer ausweicht. Am häufigsten werden zwei ähnliche Begriffe verwechselt:

Teil des Übereinkommens Allgemeines

Die Begriffe entscheiden, wer ausweicht. Am häufigsten werden zwei ähnliche Begriffe verwechselt:

  • Manövrierunfähig: durch außergewöhnliche Umstände kann das Fahrzeug nicht so manövrieren, wie die Regeln es verlangen. Das ist eine Havarie.
  • Manövrierbehindert: kann nicht manövrieren wegen der Art seiner Arbeit. Kabel- oder Rohrleitungsarbeiten, Baggerarbeiten, Vermessung, Versorgung in Fahrt, Flugbetrieb, Minenräumen, ein Schleppzug, der das Abweichen stark einschränkt.
  • Tiefgangbehindert: nur ein Maschinenfahrzeug, dessen Tiefgang im Verhältnis zu vorhandener Wassertiefe und Breite des Fahrwassers das Abweichen vom Kurs stark einschränkt.
  • In Fahrt: nicht vor Anker, nicht an Land festgemacht, nicht auf Grund. Achtung: in Fahrt heißt nicht in Bewegung, ein treibendes Fahrzeug ist auch in Fahrt.
  • Beim Fischfang: nur wenn das Gerät die Manövrierfähigkeit einschränkt. Schleppangeln zählt nicht.
  • In Sicht voneinander: nur wenn eines vom anderen mit dem Auge zu sehen ist. Ein Radarecho ist nicht in Sicht.
  • Verminderte Sicht: Nebel, Dunst, Schneefall, starker Regen, Sandstürme und ähnliche Ursachen.
Auf See sieht das so aus

Ein tief beladener Tanker im gebaggerten Fahrwasser ist tiefgangbehindert, nicht manövrierbehindert. Ein arbeitender Bagger ist manövrierbehindert. Ein Fahrzeug mit klemmendem Ruder ist manövrierunfähig. Drei verschiedene Lichtersätze. Die ersten beiden haben einen Platz in der Ausweichordnung der Regel 18, dem tiefgangbehinderten Fahrzeug dürfen die anderen dagegen nur die sichere Durchfahrt nicht behindern.

Wortlaut des Übereinkommens«Der Ausdruck “in Fahrt” bedeutet, dass ein Fahrzeug nicht vor Anker liegt, an Land festgemacht ist oder auf Grund sitzt.»Übersetzung der Redaktion; darunter das englische Original.
Englisches Original
«The term „underway“ means that a vessel is not at anchor, or made fast to the shore, or aground.»

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Was bedeutet «in Fahrt»?

Nicht vor Anker, nicht an Land festgemacht, nicht auf Grund. Ein treibendes Fahrzeug mit gestoppter Maschine ist auch in Fahrt.

Regel 3 (i).

Wann sind Fahrzeuge «in Sicht voneinander»?

Nur wenn eines vom anderen mit dem Auge zu sehen ist. Ein Radarecho ist das nicht, und dann gelten die Regeln 11 bis 18 nicht.

Regel 3 (k).

Wie unterscheiden sich «manövrierunfähig» und «manövrierbehindert»?

Das erste kann durch außergewöhnliche Umstände nicht manövrieren (Havarie). Das zweite kann es nicht wegen der Art seiner Arbeit: Kabel, Baggern, Versorgung in Fahrt, Flugbetrieb, Minenräumen, schwerer Schleppzug.

Regel 3 (f), (g).

Was ist ein «tiefgangbehindertes Fahrzeug»?

Nur ein Maschinenfahrzeug, dessen Tiefgang im Verhältnis zu vorhandener Wassertiefe und Breite das Abweichen vom Kurs stark einschränkt.

Regel 3 (h).

Welche Art Fischerei macht ein Fahrzeug nicht zum «fischenden Fahrzeug»?

Fischen mit Schleppangeln oder anderem Gerät, das die Manövrierfähigkeit nicht einschränkt.

Regel 3 (d).

Was zählt als «verminderte Sicht»?

Nebel, Dunst, Schneefall, starker Regen, Sandstürme und ähnliche Ursachen.

Regel 3 (l).

Was ist ein Bodeneffektfahrzeug und wie verhält es sich?

Ein Mehrzweckfahrzeug, das im Hauptbetriebszustand knapp über der Oberfläche fliegt und den Bodeneffekt nutzt. Beim Start, bei der Landung und im Flug hält es sich von allen Fahrzeugen frei; auf dem Wasser ist es ein Maschinenfahrzeug.

Regel 3 (m) und 18 (f).

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